Kirche

Die Gruhnoer Kirche, deren Architektur in die Gruppe der typischen Feldsteinkirchen in der Mark Brandenburg gehört, ist in der 1. Hälfte des 13.Jh. erbaut worden. Für die Ausführung wurde jedoch überwiegend Raseneisenstein verwendet, von welchem es in der Region viele Vorkommen gab. Der Kirchenbau besteht aus einem rechteckigen Langhaus mit ebenfalls rechteckigem, östlich eingezogenem Chor. In diesem sind noch zwei Lanzettfenster in ursprünglicher Form erhalten.


In früheren Jahrhunderten war die Kirche mit einem Dachreiter versehen, in welchem sich die Glocken befanden. Der heutige westliche Glockenturm aus Backstein ist erst 1885/86 errichtet worden. Die Bauabnahme fand am 21. April 1886 statt. 1890 wurden im Turm drei neue Glocken aus der Gießerei Collier, Berlin angebracht. Zwei davon mußten bereits 1917 für Kriegszwecke abgeliefert und eingeschmolzen werden. Heute befindet sich noch die mittlere der Collier-Glocken und eine 1923 vom Stahlwerk Lauchhammer angefertigte Stahlglocke im Kirchturm.

Gruhnoer Kirche um 1860, Gemälde von Adolf Werner

Das Innere der Kirche besteht aus einem spitzbogigen Triumphbogen, der den Übergang zwischen Kirchenschiff und Altarraum bildet, der Nord- Westempore, die 1722 eingebaut wurde, dem Backsteinfußboden und der Holzbalkendecke, die sich über Langhaus und Chor erstreckt. Ausstattungsstücke sind der Altar, die Orgel, die Kanzel und der Taufstein.


Der Standort der Kanzel, an welcher der ehemalige Beichtstuhl angebracht ist, befand sich ursprünglich an der südlichen Leibung des Triumphbogens. 1836 wurde die Kanzel an ihren heutigen Standort, die südliche Wand des Kirchenschiffes, verlegt.







Im Altaraufsatz befindet sich ein Relief, daß um 1470/80 entstanden ist. Es sind darauf ein Heiliger mit Kelch (wahrscheinlich der Evangelist Johannes), eine Madonna und ein Bischof dargestellt. Der Altar ist im Jahre 1836 vollständig restauriert worden. Die heutige Farbgebung erhielten der Altaraufsatz und das Relief Anfang des 20.Jh..






Die Gruhnoer Orgel gehört zur Niederlausitzer Orgelbautradition des 19.Jh.. Sie ist 1832/33 von dem Orgelbauer Johann Christoph Schröther d.J. aus Sonnewalde gebaut und am zweiten Pfingstfeiertag, dem 27. Mai des Jahres 1833 eingeweiht worden. Die geflochtenen Schleierbretter sind typisches Zierwerk von Schröther-Orgeln. Eine Besonderheit sind die noch original erhaltenen Zinnpfeiffen.




Der Taufstein ist das interessanteste Ausstattungsstück der Kirche. Er besteht aus einem großen Kelchblockkapitell, das um 1220 gefertigt wurde. Das Material ist Sandstein aus dem Elbsandsteingebirge, vermutlich aus dem Gebiet um den Königstein. Die Gestaltung der Ornamente ist von hoher Qualität. In einem Inventarverzeichnis aus den 50er Jahren des 19.Jh. findet sich erstmals ein Hinweis auf sein Vorhandensein in der Gruhnoer Kirche. Vermutlich stammt das Kapitell aus dem Kloster Dobrilugk, dessen Mönchs- und Konversenflügel im Jahre 1852 durch einen Brand zerstört und abgerissen wurden.

Um die Kirche zu besichtigen, wenden Sie sich bitte direkt an die "Schlüsselbewahrer":

Eckhard Heinrich   Telefon: 035325 18350
Mobil: 0163 2411183
Marina Jähnichen   Telefon: 035325 18887



Gottesdienste in Gruhno:


______
Gottesdienste finden regelmäßig an jedem dritten Sonntag im Monat statt und sind anschließend jeweils mit musikalischen oder informativen Angeboten verbunden.


Ansprechpartnerin: Gemeindehelferin Doreen Brauer
Tel.: 035325/363